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Pension - und dann?


„Es zahlt sich für mich nicht mehr aus.“

Viele ältere Menschen haben immer wieder diesen Spruch parat.

Deshalb und daraufhin:

  • kaufen sie keinen Anzug, kein Kleid, mehr,
  • befassen sie sich nicht mehr mit dem Computer,
  • weigern sie sich, ein Handy zu benützen,
  • unternehmen sie eine Reise nicht mehr usw.
  • Es geht aber auch anders, wie man an folgenden Beispielen sieht!


Kardinal Dr. König

Univ. Prof. Dr. Hans Krasensky ist im 104 Lebensjahr gestorben
 Vor einigen Monaten habe ich meinen Dissertationsvater, Herrn Univ. Prof. Dr. Hans Krasensky, besucht, bei dem ich im Jahre 1965 promoviert habe.  Er ist in der Zwischenzeit von Wien nach Mondsee übersiedelt – und immer noch außerordentlich frisch und aktiv. Niemand würde glauben, dass er am 2. Juli d. J. 103 Jahre alt wurde. 

Diesen Geburtstag haben seine ehemaligen Assistenten, die inzwischen auch schon in Pension sind, mit ihm in festlichem Rahmen feiern. Er nannte es: "Eine kleine akademische Feier" und schickte mir ein Bild mit den Gratulanten.
Bei meinem Besuch empfand ich sein Interesse an mir, meiner Entwicklung, meiner Tätigkeit und meinen Zielen als sehr groß und wohltuend. Sagt man doch älteren Menschen im allgemeinen nach, dass sie „in ihrer eigenen Welt leben“ und hauptsächlich von sich selbst reden.
 
In den vielen Jahren, die ich ihn nun schon kenne, ist mir vor allem eine Veränderung positiv aufgefallen: er ist mit den Jahren weicher, aufgeschlossener und liebenswürdiger geworden. Nicht viele alte Menschen können das von sich behaupten. 
 
Leider ist er am 25. November 2006 von uns gegangen. Ich kann ihn nicht mehr besuchen, aber sehr wohl in guter und dankbarer Erinnerung behalten
 
Prof. Dr. Leopold Stieger

 

Die vier Lebensphasen in der heutigen Zeit

 

 Einige Behauptungen:

a) Ohne Vorbereitung keine Chance:

Von Ausnahmen abgesehen erleben wir immer wieder, wie Menschen „in die Pension“ fallen, ohne sich darauf vorbereitet zu haben. Die üblichen Sprüche sind: „Ich freue mich schon so…., ich habe so viele Hobbies (welche bleiben dann wirklich übrig?), ich habe dann Zeit für meine Enkelkinder (wie lange werden die Zeit haben für Opa und Oma?).

Dabei wäre dies die Chance schlechthin, vor dem „Übertritt“ Bilanz zu machen und sich  bewusst zu werden:

  • Was kann ich und was will ich?
  • Was ist der Sinn meines Lebens (vielleicht zurückblickend vom Lebensende)?
  • Wie halte ich mich fit, fähig und frei?
  • Nach vielleicht 3 Monaten stellen viele fest: niemand ruft an. Wer braucht mich eigentlich? Eine  möglicherweise „zudeckende“ Antwort ist für viele, in einen „Aktionismus“ zu fallen.

b) Die oberste Ebene tut sich am schwersten:

Heute müssen alle Menschen mit 100 % Engagement und Leistung bis zum letzten Tag vor der Pensionierung aktiv sein, ganz besonders im Rampenlicht aber stehen Top-Manager, die sehr oft die Kommandobrücke verlassen, ohne entschieden zu haben, was sie dann – für sie sinnerfüllend – tun werden. Viele von ihnen schieben diese Frage einfach auf, nach dem Motto, da wird mir dann schon was einfallen. Ist das die vieldiskutierte „Life Cycle Planung?

c) Die Frage nach dem Sinn:

Eigentlich möchte jeder Mensch am Ende seines Lebens zurückblicken und sagen können, mein Leben hat für mich Sinn gehabt, ich habe „sinnvoll“ gelebt.

Am letzten Tag des Lebens kann dies nicht mehr korrigiert werden, wohl aber vorher. Und ein guter Zeitpunkt – unter anderen – ist gerade die Zeit des Übergangs von der Berufstätigkeit in die 3. Lebensphase.

Was ist der Sinn des Lebens? Viele haben sich darüber bereits den Kopf zerbrochen, eine generelle Aussage wird es wohl dazu nicht geben. Aber eine persönliche Antwort aus dem Blickwinkel des Einzelnen hat wohl mit der Antwort auf die simple Frage zu tun: „Wer braucht mich?“

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