Forscher vertreten die Meinung, dass der Alterungsprozess durch eine positive mentale Einstellung verlangsamt werden kann. Der Altersforscher Christoph Englert vom Leibniz-Institut für Altersforschung erklärt: "Das Bild, das man selbst vom Alter hat, beeinflusst, wie gut man physisch und psychisch altert."


Tatsächlich besteht ein enger Zusammenhang zwischen mentaler und körperlicher Gesundheit. So klagen beispielsweise depressive Patienten oft auch über körperliche Beschwerden wie Rückenschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden und haben ein insgesamt schwächeres Immunsystem.


Positiv denkende Menschen hingegen sind in der Regel körperlich gesünder. Pessimismus und Sorgen haben nachweislich negative Effekte auf Blutdruck, Schmerzempfinden und Schlaf. Zahlreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass eine hoffnungsvolle und optimistische Einstellung die Abwehrkräfte stärkt und sich positiv auf die Herzgesundheit auswirkt. Sind wir glücklich, so schütten wir vermehrt Wohlfühlhormone aus, wie Dopamin, Endorphine und Oxytocin, was uns entspannt und befreit. Außerdem werden Gedächtnis und Kreativität gestärkt, das seelische und körperliche Wohlbefinden verbessert und die Lebensqualität im Allgemeinen deutlich gesteigert. Eine US-amerikanische Studie legt sogar nahe, dass Optimisten länger leben als Menschen, die ihr Leben überwiegend negativ betrachten.1

Mit anderen Worten: Ihre innere Haltung – also wie Sie mit bestimmten Situationen und Umständen umgehen – beeinflusst Ihre Gesundheit und auch Ihren Alterungsprozess.

Anstatt sich also auf die negativen Dinge zu konzentrieren, die das Altern unter Umständen mit sich bringt, sollten Sie an das Positive daran denken. Denn ist es in Wahrheit nicht ein Privileg, alt zu werden? Eines, das vielen verwehrt bleibt.

Zum Glück lässt sich positives Denken trainieren. Das klappt schon in zwei Schritten:

  1. Akzeptieren Sie die Situation genau so, wie sie ist (also z. B., dass Sie älter werden).
  2. Lenken Sie dann Ihre volle Aufmerksamkeit auf alle positiven Aspekte dieser Situation.

Das ist die Essenz positiven Denkens.

Manche Dinge lassen sich eben nicht ändern. Älter werden gehört dazu. Aus diesem Grund ist besonders in diesem Zusammenhang Akzeptanz der Schlüssel zum Glücklichsein. Fokussieren Sie sich außerdem auf die positiven Aspekte, die mit dem Älterwerden einhergehen, und darauf, welchen Gewinn Sie daraus schlagen können: die wertvolle Lebenserfahrung, das sichere Gefühl, angekommen zu sein, etwas im Leben erreicht und anderer Leben bereichert zu haben, Kinder und vielleicht auch schon Enkel und gute alte Freunde um sich zu wissen. 

Auch wenn die körperliche Leistungsfähigkeit per se im Alter abnimmt, ist es umso wichtiger, kognitive Fähigkeiten zu erhalten oder auszubauen. Dazu ist es ungemein wichtig, eine Aufgabe zu haben, sich nicht “gehen zu lassen” oder inaktiv zu sein. Sie sollten sich stets fordern und neue Dinge lernen – das kann eine neue Sprache sein, ein Handwerk oder ein Musikinstrument. Jede Herausforderung ist gut für Ihr Gehirn und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Sie gesund alt werden. Denn jedes Mal, wenn Sie etwas Neues lernen, bilden sich in Ihrem Gehirn neue Verschaltungen. Dies kann geistigem Abbau im Alter entgegenwirken. Und auch viel Zeit mit guten Freunden zu verbringen, ist nicht nur wesentlich für Ihr Wohlbefinden, sondern aktiviert auch Ihr Gehirn.

Leider kann der Körper dennoch nicht mit guten Gedanken allein auskommen. Darum sollten Sie im Rahmen einer gesunden, ausgewogenen Ernährung auf die Zufuhr wichtiger Vitamine, Nährstoffe und Spurenelemente achten. Vor allem reichlich Obst und Gemüse sollten auf Ihrem Speiseplan stehen, damit er Ihnen allerlei Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe liefert, die sich positiv auf Ihre Gesundheit auswirken und Alterungsprozessen im Körper entgegenwirken.

 

1Tindle, HA., Chang, YF., Kuller, LH., Manson, JE., Robinson, JG., Rosal, MC., Siegle, GJ., Matthews, KA. (2009): Optimism, cynical hostility, and incident coronary heart disease and mortality in the Women’s Health Initiative. Circulation, 120(8): 656-662.

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